Warum ich denke, dass Ethik unser einzig nützliches Fach ist

Ich höre es ständig.

Warum wird sowas überhaupt unterrichtet? Was bringt uns das? Da hab ich noch nie etwas gelernt, wieso sollte ich also was dafür machen?

Oberflächlich gesehen stimmt das sogar, wir haben gelernt wie man Collagen macht und das die nikomachische Ethik ein Geschenk Aristoteles war. Das war’s. Mehr nicht.

Aber sind wir doch mal ehrlich: Was habt ihr in Chemie gelernt? Was habt ihr in Kunst gelernt? Ach, und was genau bringt man uns im Sportunterricht bei?

In den meisten Fächern lernen wir auswendig und versuchen unser Bestes dieses auswendig gelernte Etwas nicht zu vergessen und ein wenig anwenden zu können.  Man brennt uns Dinge wie den Satz des Pythagoras in das Hirn und wir fühlen uns schlau. Ein Lernprozess mit Ergebnis. Aber dieses Ergebnis hilft den meisten genau bis zu ihrem Abschluss und nicht weiter. Versteht mich nicht falsch, es ist wichtig ein mathematisches Grundverständnis zu haben, auch in allen anderen Fächern sind Grundlagen nie verkehrt. Aber was ist sinnvoller: Jahrelang immer das gleiche zu wiederholen oder den Unterschied zwischen objektiv und subjektiv erkennen zu können?

In Ethik lerne man nicht unbedingt Fakten, man lernt denken.

Ich verstehe, dass nicht jeder den Gedanken von Aristoteles oder Martini folgen will und sie analysieren will. Doch mir persönlich ist es wichtiger zu trainieren, dass jeder anders ist, eine andere Meinung hat und anders denkt, als Dissoziationsgleichungen erkennen und aufstellen zu können.
Im Ethikunterricht lerne ich indirekt fürs Leben.

Natürlich kann man jetzt sagen, dass wir dafür Sozialkunde haben oder Psychologie wählen können. Aber beide fokussieren sich eher auf andere Aspekte. Natürlich lernt man in Sozialkunde auch analysieren und Meinungsbildung und in Psychologie behandelt man die Hintergründe unseres Handelns. Aber was nützt uns das, wenn wir es nicht interpretieren und nutzen können?
Ethikunterricht heißt denken. Durchgehend. Natürlich braucht man dafür auch ein paar auswendig gelernte Grundlagen. Aber in keinem anderen Fach lernt man so viele unterschiedliche Meinungen kennen – wie sie vertretbar sind, worauf sie begründet sind und was sie bedeuten. Vielleicht merken wir es nicht immer, aber der Ethikunterricht beeinflusst unser Verständnis von richtig und falsch. Es bringt uns Normen näher und regt uns an unsere eigene Meinung zu bilden ohne zu sagen, dass etwas richtig oder falsch ist.

Ich meine, klar, mit jedem Lehrer bekommt man auch ein Stück der subjektiven Meinung dieses Lehrers beigebracht. Auch in Ethik. Aber gleichzeitig lernt man hier Alternativen zur Meinung des Lehrers kennen.

 

Ich möchte nur noch anmerken, dass ich die anderen Fächer nicht für weniger wichtig halte. Alle haben ihren Zweck und sollen uns helfen sich im Leben besser zurecht zu finden und die Welt besser zu verstehen.

Mir ist es wichtig, dass Schüler lernen, dass nicht nur Formeln Wissen sind und man nicht alles was man lernt auswendig lernen muss, um es gelernt zu haben.

Redakteurin: Jessica J.

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