Die Welle

Sie wären alle gute Nazis geworden. Du auch?

Die Gordon High-School ist eine Schule wie jede andere Schule auch. Die Schüler lärmen herum, sind mehr oder weniger diszipliniert und bringen unterschiedlich gute Leistungen hervor. Es gibt ebenfalls eine Schülerzeitung, welche der pünktlichen Einhaltung von Terminen nicht viel abgewinnen kann. Diese wird im weiteren Verlauf des Buches noch eine wichtige Rolle spielen. Die Leiterin der Schülerzeitung heißt Laurie Sanders. Sie ist beliebt, eine Musterschülerin und stellt eine der Schlüsselfiguren im Roman dar. Mit ihrer besten Freundin Amy und ihrem Freund David steht sie in ständigem Austausch. Doch dieses gute Verhältnis wird durch die Welle, offiziell ein Unterrichtsexperiment initiiert durch den Lehrer Ben Ross, auf die Probe gestellt. Im Verlaufe des Experiments formt dieser mithilfe von verschiedenen Aufgaben (z.B. schnelles Aufstehen und Aufstehen und Auf-den-Platz-rennen) aus einer recht vorlauten und schluderigen Klasse eine disziplinierte Einheit, in der sich alle Mitglieder gleichberechtigt fühlen sollen. Der Haken an der Sache ist, dass Schüler, welche nicht der Welle angehören wollen, ausgegrenzt, bedroht oder benachteiligt werden.

Das Buch enthält zudem auch wichtige Informationen über die Verhaltungsänderung von Außenseitern, welche im Laufe der Welle die Möglichkeit haben, sich auf einflussreiche Positionen hochzuarbeiten. Das wird sehr interessant am Beispiel von Robert Billing veranschaulicht. Dieser stellt zu Romanbeginn den krassen Außenseiter dar. Er wird gehänselt, schreibt schlechte Noten und steht im Allgemeinen im Schatten seines älteren erfolgreicheren Bruders. Doch als der Initiator der Welle und Lehrer des Geschichtskurses der 10. Klasse das Experiment der Welle in Leben ruft, wandelt sich Robert zu einem strebsamen Schüler, will es seinem „Führer“ rechtmachen. Und so steigert er sich in eine Situation hinein, welche auf Dauer kein gutes Ende nehmen kann.

Ich persönlich bewerte die Idee des Lehrers insgesamt gut. Eine gewisse Ordnung sollte schon in einer Gemeinschaft herrschen, um feste Grenzen für das Verhalten in dieser Gesellschaft aufweisen zu können. Sollte diese Ordnung aber zu einer Bedrohung für die Gesellschaft selbst oder für andere Gruppen werden, so ist dies nicht zu tolerieren.

Das Buch und die zwei Verfilmungen sind auf jeden Fall empfehlenswert, da sie uns vor Augen halten, wie leicht selbst eine moderne, aufgeklärte Gesellschaft sich verleiten bzw. täuschen lassen kann.

Redakteur: L.K.

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